SG Malchen

Sportverein e.V.

Chronik

Am 8. April 1968 kamen acht sportbegeisterte Malchener Bürger (Richard Benz, Günter Merz, Max Mauersberger, Erwin Plößer, Erwin Schmidt, Hans Schuch, Wilhelm Steinmetz und Willi Weicker) zu einer Besprechung zusammen und beschlossen nach eingehender Diskussion, einen Sportverein zu gründen.

Zum 27. April 1968 lud unser heutiges Ehrenmitglied Wilhelm Steinmetz alle sportlich interessierten Malchener Bürger zu einer Zusammenkunft in das „Baba-Stübchen“, die heutige Gaststätte „Mykonos“ ein. Dort erfolgte die Vereinsgründung. Als 1. Vorsitzender wurde der Einladende, Wilhelm Steinmetz, gewählt. Rund 40 Mitglieder traten dem Verein bei. Am 6. Dezember 1968 erfolgte die Eintragung des Vereins im Vereinsregister des Amtsgerichts Darmstadt unter der Nr. 1196 und er durfte damit den Zusatz e.V. tragen.

Die sportliche Betätigung, hauptsächlich Fußball, fand südlich des Friedhofes Malchen statt, etwa an der Stelle des heutigen Regenrückhaltebeckens. Nach der Vereinsgründung bekamen wir für die Punktspiele Gastrecht auf dem VfR-Platz Eberstadt.

Die rasch steigende Mitgliederzahl machte die Beschaffung eines Platzes erforderlich und es fanden zahlreiche Sitzungen statt, die sich mit dem Aufbau des Sportplatzes befassten. Bürgermeister Karl Walther beschaffte und erwarb das Gelände für Malchen.

Im April 1969 beginnt das Abholzen des Waldes an der heutigen Stelle des Sportfeldes. Mit viel persönlichem Einsatz sowie immer „zu wenig“ Geldmittel – und um der Wahrheit die Ehre zu geben, oft auch zu wenig Verständnis bei einem Teil der damaligen Gemeindevertreter der seinerzeit noch selbständigen Gemeinde Malchen – erstreckten sich die Arbeiten bis zum Jahre 1972!

In der Hauptversammlung am 21.2.1970 übernahm Friedhelm Martenstein, später dann Ehrenmitglied, den Vorsitz.

Was für ein Kampf, um das gesteckte Ziel zu erreichen und den Platz bespielbar zu machen! Stellvertretend aus dem Protokoll einer Versammlung in der „Linde“ am 14.5.1970: dort sagte der Vorsitzende: „Meinungen, dass Sie sich bei der Abholzung des Platzes im vergangenen Jahr vergeblich eingesetzt haben, hat der Vorstand zur Kenntnis genommen. Wenn Sie alle verzagt sind, der Vorstand ist es nicht …“

Auseinandersetzungen mit der finanziell nicht sehr begüterten Gemeinde Malchen, bis hin zu Pressekampagnen und einer Rücktrittsdrohung des Gemeindevorstandes am 20.11.1970 prägten das Vereinsleben dieser „Gründerjahre“.

Aber auch das Positive soll nicht vergessen sein, denn es kamen Hilfen vom Rot-Weißen Hessenplan, vom Kreis und nach ihren finanziellen Möglichkeiten auch von der Gemeinde Malchen. Ebenso sei an die Spender und vor allem die Mitglieder und Helfer, die in weit über 3000 freiwilligen Arbeitsstunden am Sportplatzausbau mitgeholfen haben, dankbar erinnert.

Der Gesamtvorstand trat am 10.6.1971 zurück, musste seine Tätigkeit aber fortsetzen, da erst in der 2. Mitgliederversammlung, am 20.9.1971, unser späteres Ehrenmitglied Richard Benz bereit war, den Vorsitz zu übernehmen.

Die inzwischen im Zuge der Gebietsreform erfolgte Eingemeindung der Gemeinde Malchen nach Seeheim brachte zusätzliche Hilfe durch die größere Finanzkraft einer Großgemeinde. Es kam das große Engagement des damaligen Bürgermeisters Walther Draudt hinzu, der oft an Sitzungen teilnahm und alles tat, um das Projekt „Sportfeld Malchen“ fertig zu stellen.

Der Vorsittzende Richard Benz konnte in der Hauptversammlung am 28.2.1972 bekanntgeben, dass der Platz bespielbar und damit die 1. Ausbaustufe abgeschlossen ist. Es wurde beschlossen, dass die 2. Ausbaustufe: Schaffung von Umkleidemöglichkeiten, in Angriff genommen wird. Der Bau des Sportheimes beginnt. Auch hier, wie bei dem 1. Bauabschnitt: „Viele Probleme – wenig Geld“, aber auch wieder mehrere 1000 freiwillige Arbeitsstunden und der Wille, das gesteckte Ziel zu erreichen!

Am 24.1.1975 übernahm unser Ehrenvorsitzender Hans Schuch den Vorsitz des Vereins. Er konnte die nächste Hauptversammlung am 23.1.1976 bereits in das Sportheim einladen und dort erklären, dass am 27.5.1976 die offizielle Einweihung des Sportfeldes und des Sportheimes der SG Malchen stattfinden wird.

In genau 8 Jahren wurde ein Sportfeld mit Flutlichtanlage und ein Sportheim mit Gaststätte errichtet. Wahrlich keine Selbstverständlichkeit, sondern Leistung, Einsatzbereitschaft, Mut und Fleiß einer „Gemeinschaft“. Allen Beteiligten dafür Anerkennung und herzlichen Dank!

1975 brachte die Fertigstellung des Bürgersaales Malchen einen großen Aufschwung für die Damengymnastik (ca. 40 Teilnehmerinnen) und die Tischtennisabteilung.

1978 konnten wir mit Sportfreunden aus Kärnten (Österreich) in einem „Festzelt“ unser 10-jähriges Bestehen feiern.

Am 5.3.1982 übernahm Jörg Breuer den Vorsitz des Vereins. 1983 erfolgte der Anschluss der Sportanlage an das öffentliche Kanalnetz. 1985 beschließt die Hauptversammlung den Beitritt zum Abrechnungsverfahren des Kommunalen Gebietsrechenzentrums.

Im sportlichen Bereich sind eine „Purzelstunde“ für die Kleinsten, die Damengymnastik, Funktionsgymnastik, Tischtennis und Badminton unsere wöchentlichen Hallenangebote. Vor einigen Wochen hat sich noch eine Joga-Gruppe gegründet.

Auf dem Sportfeld trainieren und spielen 3 Fußball-Jugendmannschaften, eine 1. Mannschaft und eine Alte Herren- Mannschaft.

Die SG Malchen verstand sich immer auch als eine Gemeinschaft, die im geselligen und kulturellen Bereich Aufgaben zu übernehmen hatte. Sie organisierte Fahrten nach Österreich, Ungarn, Holland – jeweils mit Gegenbesuch der besuchten Vereine  und zusätzlich nach Wien. Auch die Ostsee, der Schwarzwald und der Bayrische Wald waren Ziele des Vereins. Dazu kommen mehrere Jugendfahrten zu verschiedenen Zielen.

Die Fastnacht und die Kirchweih waren zusätzliche Veranstaltungen, die Vorstand und Vergnügungsausschuss früher in jedem Jahr für die Bürger unseres Dorfes ausrichtete. Seit einigen Jahren sind diese Aktivitäten etwas eingeschlafen, wir bemühen uns aber wieder mehr kulturelle Veranstaltungen anzubieten.

Daher beteiligt sich die SG Malchen auch sehr intensiv an der Wiedergeburt der Malchner Kerb.